Im Dezember 1920 wurde in Detroid, USA, soweit bis heute bekannt, die erste "elektrische Signalampel" in Betrieb genommen. Diese bahnbrechende Art der Verkehrsregelung wurde in den folgenden Jahren auch von den europäischen Städten übernommen und hielt am Beginn der 30er Jahre auch in Wien Einzug.
Die erste Ampel befand sich bei der Wiener Staatsoper.



Es blieb zunächst auch in Wien nur bei wenigen Anlagen, in der Verkehrsregelung dominierte weiter das Regeln mittels Armzeichen. Dies sollte auch in den folgenden zwei Jahrzenten so bleiben.




Verkehrsposten in "gehobener Stellung"


Die ersten Ampelanlagen waren nur einfache Hängesignale mit den Farben Rot, Gelb, Grün und wurden von Hand aus über sogenannte "Kurbelschalter" bedient. Rot für Halt, Gelb für Achtung und Grün für Freie Fahrt.
Wie auf den meisten Gebieten musste im Jahr 1945 auch in der Verkehrsregelung mit der Stunde 0 begonnen werden. Es gab in Wien insgesamt 12 Anlagen. Im darauffolgendem Jahr waren bereits 14 Anlagen in Betrieb. Eine Neuerung brachte das Jahr 1950 mit sich - es waren bereits 25 Verkehrslichtsignalanlagen installiert - als das erste "Schrittschaltwerk" für Handschaltungen an der Kreuzung Schleifmühlgasse / Margaretenstraße zum Einsatz kam.





In den Jahren 1955 - 1961 nahm der Fahrzeugverkehr in Österreich um etwa 70 Prozent zu, daher gewann die Regelung des Straßenverkehrs mittels Lichtzeichen immer mehr an Bedeutung. Entscheidende Schritte in der technischen Weiterentwicklung stellten in den darauffolgenden Jahren die erste teilweise verkehrsabhängige Signalanlage unter Verwendung von pneumatischen Sonden sowie die erste Drucktastenanmeldung für Fussgänger dar. Im Jahre 1958 wurde die Farbfolge Rot - Rot und Gelb - Grün als sogenannte "Londoner Farbfolge" in Wien eingeführt.

die ersten Anlagen auf der
VLZ - Planwand


Das bevorstehende Ende der Grünphase durch "Grünblinken" wurde erstmals 1959 bei der Kreuzung Johannesgasse / Ring installiert. Dieses Jahr leitete auch eine andere Entwicklung ein, die Bevorrangung des öffentlichen Verkehrs durch Straßenbahnanmeldungen.

Eine Verkehrsleitzentrale entsteht.

Im Jahre 1960 setzte die Planung für eine Verkehrsleitzentrale in der Rossauer Kaserne ein. In den nächsten 2 Jahren stieg die Anzahl der Ampelanlagen auf 181 und 101 Blinkanlagen (im Bereich von Schutzwegen). Im November 1962 wurde die vom Magistrat der Stadt Wien errichtete Vekehrsleitzentrale in der Rossauer Kaserne mit vorerst 10 angeschlossenen Ampelanlagen im Bereich Schottentor der BPD - Wien zur Bedienung übergeben. Zu diesem Zeitpunkt war die VLZ mit 5 Beamten (Schichtdienst) in der Zeit von 06.00 - 23.00 Uhr besetzt. Mit der Inbetriebnahme der VLZ erfolgte auch eine Erfassung des Verkehrsaufkommens durch drei Fernsehbeobachtungsstellen. Durch pneumatische Sonden, die in der Fahrbahn verlegt wurden, war eine Frequenzzählung möglich und dadurch erstmals eine automatische Programmwahl in Abhängigkeit vom Verkehrsaufkommen. Die Magistratsabteilung 46 hat seit der Inbetriebnahme der VLZ immer wieder Untersuchungen zur Automatisierung der Verkehrsregelung durchgeführt. Dies führte im Jahre 1966 dazu, dass erstmals eine Datenverarbeitungsanlage zur zentralen Verkehrsregelung eingesetzt wurde.
Mit dem Einsetzen der Vollmotorisierung am Beginn der 70er Jahre beschleunigte sich auch die Zunahme der Ampelanlagen. Zu diesem Zeitpunkt waren 448 automatische Verkehrslichtsignalanlagen (aVLSA) - davon 130 an die VLZ angeschlossen - sowie 23 Fernsehbeobachtungsstellen in Betrieb. Bereits 1972 ging die 500ste aVLSA auf der Kreuzung Taborstraße / Am Tabor in Betrieb. Durch das ständige Ansteigen des Verkehrsaufkommens und die laufende Zunahme der Ampelanlagen wurde der bestehende Umfang der VLZ den Erfordernissen nicht mehr gerecht.




Die ersten 3 Bildschirme




Eröffnung durch
Bürgermeister Jonas



Besonders bewährt hatte sich neben dem ständigen Kontakt mit der Ö 3 Verkehrsredaktion auch die aus der VLZ auf dem Sender "Welle Wien" live ausgestrahlten Verkehrsnachrichten, welche 2x in der Frühspitze und 1x am späten Nachmittag durchgeführt wurden.


Am 16.12.1976 wurde mit diesem Service für die Verkehrsteilnehmer begonnen. Am 02.12.1991 wurde diese bei den Hörern sehr beliebte Informationsweitergabe vom Landesstudio Wien, unter Leitung des damaligen Intandanten Othmar Urban, ohne Angabe von Gründen eingestellt.

Auf den folgenden Bildern sind einige Persönlichkeiten der Verkehrsabteilung abgebildet. Ganz links der ehemaliger Kommandant Oberst Kraiger, in der Mitte der langjährige Stellvertreter Oberst Benesch und am rechten Bild (in der Mitte) der jetzige Stellvertreter Obstlt Binder und Kollegen der VLZ.


Im Jänner 1980 wurde durch die MA-46 und der BPD-Wien ein Raumkonzept für die neue VLZ erstellt. Das Projekt umfasste auch die Übersiedlung der vorhandenen, bereits in der VLZ im Einsatz befindlichen technischen Einrichtungen der MA 46, sowie die peripheren Einrichtungen, wie die Gebietsrechner am Praterstern und der Gruppenzentralen. Das Projekt enthielt auch die Neuorganisation des Bedienraumes einschließlich der am neuesten Stand befindlichen Verkehrstechnik. Zur Erhöhung der Betriebsicherheit der Verkehrsrechner war eine unterbrechungslose Stromversorgung erforderlich, deren Aggregate in den Kellerräumen der Rossauer Kaserne installiert wurden. Außerdem wurden die Verkehrsrechnerräume mit einer Vollklimatisierung ausgestattet.





Die neue VLZ


Am 11. Mai 1990 wurde die neue Leitzentrale in Betrieb genommen. Zu diesem Zeitpunkt waren von den bestehenden 856 Ampelanlagen 650 an die VLZ angeschlossen. Diese Ampelanlagen wurden durch drei Großrechner gesteuert und überwacht. Die Verkehrslichtsignalanlagen werden auch auf einer Planwand symbolisch dargestellt, wobei der jeweilige Betriebszustand der Anlagen farblich angezeigt wird. Mit Hilfe von Datensichtgeräten lässt sich die Planwand bedienen bzw. einzelne Gruppen oder Anlagen jederzeit abrufen. Ebenso waren 36 Verkehrsüberwachungskameras im Großraum von Wien installiert welche von den Kollegen in der VLZ wahlweise auf 10 Bildschirmen aufgeschalten werden konnten. Durch die Aufstellung von 2 Terminalplätzen war es den Mitarbeiter der VLZ nun auch möglich schnell auf Zulassungs- bzw. Fahndungsdaten zuzugreifen und diese weiterzuleiten.


Übergabe der ersten Kameras auf der A 23.

Mit dem Polizeipräsidenten Dr. Bögl, Verkehrsstadtrat Svihalek und Vertretern der MA 46 sowie der VA.


In den kommenden Jahren wurde auch das sogenannte ELS (Einsatzleitsystem) welches in der Funkstelle ID installiert wurde in der VLZ übernommen. Dadurch wurde die VLZ über alle gefährlichen Einsätze des ID informiert. Weiters war es möglich diverse Einsätze (z.B. Verkehrsunfälle oder Verparkungen) per Computer zu übernehmen.




Der linke Bildschirm ist für das Einsatzleitsystem und für EKIS-Anfragen zuständig und am rechten Bildschirm erscheint die Örtlichkeit des zu bearbeitenden Einsatzes (Gebietsgrafik).

Bis zum heutigen Tag (Oktober 2003) hat sich die Anzahl der Ampelanlagen in Wien auf 1099 erhöht, davon sind 1048 Anlagen an die VLZ angeschlossen. Um die Überwachung des Verkehrsgeschehens noch zu erhöhen wurde auch die Anzahl der Kameras (natürlich schon in Farbe) auf 55 aufgestockt.
Der Schwerpunkt der Überwachung liegt natürlich auf der A 23, der Süd-Ost Tangente.





Die am höchsten montierte Kamera befindet sich auf der Prater Ersatzbrücke in 80 m Höhe. Wie man auf den oberen Bildern unschwer erkennen kann, behält man damit nicht nur den Verkehr, sondern auch die Natur im Auge. Alle diese neuen Kameras sind um 360 Grad schwenkbar und sind mit einem sehr gutem Zoom ausgestattet. Mit der am rechten Bild dargestellten Stauerung werden die Kameras von der VLZ aus bedient.



Zum Schluss möchte ich noch auf die, von uns zur Zeit nicht steuerbaren, Kameras in den verschiedenen Tunnel auf der A 23 und der A 22 hinweisen. Diese werden von der Tunnelwarte derAutobahnmeisterei überwacht und gesteuert.